Austretendes radioaktiv verstrahltes Wasser in Fukushima. Bild: Tokyo Electric Power Company

Nachdem ein erster Versuch, die Grube mit Zement zu füllen und somit den Wasserstrom anzuhalten, nicht erfolgreich war, versuchten die Arbeiter nun den Ursprung des austretenden Wassers zu verstopfen. Um dies zu erreichen, benutzten sie ein Gemisch aus insgesamt 60kg Sägespäne, 3 Säcken Papierschnipsel und in etwa 4,5kg eines Polymer-Pulvers, welches das 50-fache seines Volumens an Wasser aufnehmen kann. Diese Maßnahme war nach ersten Berichten ebenfalls erfolglos.

Um die wahre Quelle des verseuchten Wassers, welches die Grube füllt, festzustellen, injizierten die Arbeiter am Morgen des 4. April ein Färbemittel in verschiedeneTunnel, um den Weg des Wassers nachvollziehen zu können. Da das weiß gefärbte Wasser aber nicht wie eigentlich erwartet aus den entsprechenden Abflussrohren austrat, muß davon ausgegangen werden, dass das verseuchte Wasser durch Gesteinsschichten unterhalb der Rohre ins Freie sickert.
Experten schätzen, dass aus der Grube pro Stunde in etwa sieben Tonnen Wasser austreten könnten. Das Wasser, von welchem angenommen wird, dass es aus dem beschädigten Reaktor 2 stammt, weist eine Strahlenbelastung von einer Million Becquerel pro Liter an Iod-131 auf, was dem 10.000-fachen des zulässigen Grenzwertes entspricht.

Der Sprecher der japanischen Behörde für Nukleare Sicherheit, Nishiyama, teilte mit, dass es immer noch einen konstanten Abfluss von der Grube in das Meer gebe, TEPCO aber mit Hochdruck weiter an einer Eindämmung arbeiten würden.

Das Wasser geht auf einen unvermeidbaren Nebeneffekt der Kühlmaßnahmen zurück. Da die Kühlsysteme Reaktoren nicht mehr funktionieren, kühlt TEPCO die Reaktoren mit Hilfe von Tonnen an Wasser von Außen. Während ein Teil des Wassers verdampft, sammelt sich der Großteil jedoch am Boden und in den Kellern der Reaktorengebäude an und findet auf irgendeinen Weg nach draußen, wo es sich zuerst in Gruben ansammelt, um dann weiter Richtung Meer und Grundwasser zu fließen.

Da die Kühlversorgung in Fukushima immer noch nicht auf andere Weise gewährleistet werden kann, kann TEPCO nicht auf die Kühlung per Wasser verzichten, da ansonsten die Temperatur der Reaktoren gefährlich hoch ansteigen würde, was eine (weitere) Kernschmelze begünstigen würde.

Arbeiter in Schutzkleidung versprühen Kunstharz, um radioaktive Strahlung am Boden zu binden und somit ein wenig einzudämmen. Bild: 01.04.2011, TEPCO

Versuche, radioaktive Strahlung durch Versprühen von Kunstharz einzudämmen, wurden am Wochenende vorerst aufgegeben, da Regen den Vorgang behinderte und die Kräfte sich auf das austretende radioaktiv verseuchtes Wasser konzentrieren mussten.

Der Betreiberfirma des AKW Fukushima Daiichi TEPCO wird von vielen Seiten Missmanagement vorgeworfen. Täglich finden vor der Firmenzentrale Demonstrationen von Atomkraftgegnern statt. Bisher starben zwei Arbeiter von TEPCO im Kernkraftwerk Fukushima. Die Leichen der beiden Arbeiter wurden bereits am Mittwoch in den Kellerräumlichkeiten des Reaktors 4 entdeckt. Nach Angaben von TEPCO fanden die beiden 24- und 21-jährigen ihren Tod, als die Tsunami das Atomkraftwerk überspülte.
Zudem wurde ein Arbeiter im Kernkraftwerk Fukushima Daini von einem umstürzenden Kran erschlagen, vier weitere stürzten von einem Kamin des Kohlekraftwerks Hitachinaka zu Tode, während sie mit Reparaturarbeiten beschäftigt waren.