Atomkraft in Japan

Trotz der großen Zahl an Atomkraftwerken gab es bis vor zehn Jahren keine eigenständige Atomaufsichtsbehörde in Japan. Erst 2001, im Zuge der Reform der Zentralregierung, wurde die Behörde gegründet. Sie wird unter dem Namen NISA (Nuclear and Industrial Safety Agency) geführt, auf deutsch „Institution für Sicherheit der Kernenergie“. Der Hauptsitz der Behörde befindet sich in Chiyoda, einem Bezirk der Hauptstadt Tokio. Weitere Regionalvertretungen befinden sich im gesamten Land.

Fukushima und die NISA

Traurig Berühmtheit erlangte die NISA im Zuge der verheerenden Reaktorkatastrophe in Fukushima. Nach einem der schwersten Erdbeben der letzten 100 Jahre kam es in dem AKW zu einer Kernschmelze. Nach Tschernobyl handelt es sich in Fukushima um den größten Atomunfall in der Geschichte der Menschheit.
Die NISA hat die Aufsicht über alle Atomanlagen in Japan und hat die Kontrolle über den Einsatz in Fukushima übernommen. Sie informiert die Öffentlichkeit über die Vorgänge in dem Kraftwerk und den Stand der Reparaturarbeiten. Die Entscheidung, einen Sicherheitsradius um Fukushima einzurichten, wurde ebenfalls von der NISA getroffen. Sie greift dabei auf Vorkehrungen zurück, die in internationalen Konferenzen im Zuge einer Reaktorkatastrophe getroffen werden sollten.

Die Aufgaben der NISA

Unabhängig von Fukushima übernimmt die NISA die Hauptaufgaben im Zusammenhang mit den Atomanlagen in Japan. Sie setzt die nationalen Sicherheitsbestimmungen um und erteilt bzw. entzieht den Atomkraftwerken die Betriebserlaubnis. Für die Frage der Atommülllagerung ist die NISA ebenfalls zuständig.
Die Atomaufsichtsbehörde arbeitet eng mit drei weiteren Ministerien zusammen. In Zusammenarbeit mit der nationalen Energiebehörde werden die Sicherheitsbestimmungen verfasst. In diesem Zusammenhang greift die NISA auch auf Richtlinien des japanischen Handels- und Industrieministeriums zurück, die für die Sicherheit bei Industrieanlagen zuständig ist.
Die NISA trat vor der Reaktorpanne in Fukushima kaum in Erscheinung. Die Atomkraft war in Japan bis zum Unfall kaum kritisiert worden. Die Atomaufsichtsbehörde übernahm überwiegend repräsentative Aufgaben, setzte zumeist nur bereits beschlossene Gesetze, um ohne eigene Richtlinien zu bestimmen. Nach der Panne in Fukushima sind die kritischen Stimmen in dem asiatischen Land lauter geworden, die NISA steht stärker in der Pflicht und muss mehr Präsenz zeigen.