Entstehung und Geschichte

Tepco wurde – ebenso wie zehn weitere Energiekonzerne – im Jahr 1951 infolge der Privatisierung der japanischen Stromversorgung als zunächst regionales Unternehmen gegründet. Es hatte die Aufgabe, die Energieinfrastruktur nach dem Zweiten Weltkrieg auszubauen und die Stromversorgung zu verbessern, um dem Land einen wirtschaftlichen Aufschwung zu ermöglichen. 1970 wurde das erste TEPCO-Kernkraftwerk (Fukushima 1) an das Netz gelassen, in den darauf folgenden Jahrzehnten setzte TEPCO auf den Ausbau von Kern- und später Wasserkraft, um den den verschärften Umweltanforderungen gerecht zu werden. So spielt der Konzern auch eine bedeutende Rolle bei der Erfüllung des Kyoto-Protokolls.

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Firma verfügt über 38.235 Mitarbeiter und hat 27.740.000 Kunden. 2009 wurden 280,2 Milliarden Kilowattstunden verkauft, es wurde hiermit ein Umsatz von 5016,2 Milliarden Yen erwirtschaftet, was einen Nettogewinn 133,7 Milliarden Yen zur Folge hatte. Abgesehen von den Jahren 2007 und 2008 befand sich das Unternehmen stets in der Gewinnzone [Quelle: http://www.tepco.co.jp/en/corpinfo/ir/data/zaimu-e.html]. Die im Nikkei 225 gelistete Aktiengesellschaft ist klar mehrheitlich in Privatbesitz, zu einem überdurchschnittlich großen Teil (37,7%) auch in Streubesitz.

Bedeutung und Einfluss TEPCOs innerhalb Japans

TEPCO hat als größter Stromversorger des bedeutenden Industrielandes Japan natürlich eine herausragende Bedeutung. Auf dem die Umsatzstärke von Unternehmen Index Fortune Global 500 ist TEPCO mit seinen 2010 umgerechnet 54 Milliarden Dollar Umsatz und 1,4 Milliarden Dollar Gewinn innerhalb Japans auf Platz 15 und weltweit auf Platz 128. TEPCO unterhält sowohl Wärme- als auch Kern- und Wasserkraftwerke, welche alle einen bedeutenden Platz innerhalb des Unternehmens haben. Ferner werden auch Geothermie sowie Windenergie betrieben, wenngleich in einer deutlich geringeren Dimension. Der Konzern ist in Japan sehr bekannt und hat auch großen Einfluss auf die Wirtschaft sowie durch Lobbyarbeit auf die Politik des Landes.

Vorfälle und Skandale in der Geschichte TEPCOs

In TEPCOs Geschichte gab es zahlreiche Skandale und Störfälle, so musste 2000 ein Reaktor wegen eines Lochs in einem seiner Brennstäbe heruntergefahren werden. 2002 gab es einen großen Eklat um den Energieriesen; es stellte sich heraus, dass dieser über mehr als 20 Jahre hinweg systematisch Schäden an den Kraftwerken nicht ordnungsgemäß gemeldet und Dokumente gefälscht hatte. 2007 musste schließlich eine Anlage mit dem Namen ‘Kashiwazaki-Kariwa’ aufgrund von Erdbebenschäden vorübergehend heruntergefahren werden. Auch am Reaktor in Fukushima gab es bereits vor Jahren Probleme: 2002 entdeckte man gefährliche Löcher in Wasserrohren, 2006 trat gar radioaktiver Dampf aus einem der Rohre aus.

Die Katastrophe im AKW Fukushima

Diese Vorfälle sind jedoch nichts verglichen mit dem drohenden Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima I, welches durch das schwere Erdbeben sowie den nachfolgenden Tsunami am 11. März 2011 schwer beschädigt wurde, und in dem bereits eine partielle Kernschmelze eintrat. Etliche Helfer wurden bei den dortigen Reparaturarbeiten verstrahlt, eine Zone mit einem Radius von 20 Kilometern wurde evakuiert. Die Katastrophe gilt schon jetzt als der größte atomare GAU seit Tschernobyl.