Wie bei anderen Elementen gibt es auch beim Iod radioaktive Isotope, zu denen das Iod-131 gehört. Iod-131 entsteht bei der Kernspaltung, bei der Detonation von Kernwaffen genauso wie bei der Energiegewinnung durch Kernkraftwerke. Wird Iod-131 in der Umgebung eines Kernkraftwerkes festgestellt, so ist das ein Indiz dafür, dass aus dem Kraftwerk radioaktive Stoffe entweichen, was wiederum bedeutet, dass ein Leck oder eine andere Undichtigkeit im Kraftwerk existiert. Die zur Energiegewinnung eingesetzten radioaktiven Stoffe kommen also in Kontakt mit der Umwelt.

Das radioaktive Iod-131 hat eine kurze Halbwertszeit von acht Tagen. Die Aufnahme beim Menschen kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Möglich ist die Aufnahme über die Luft, das Wasser oder die Nahrungsmittel. Neben Iod-131 werden bei der Kernspaltung auch andere Iod-Isoptope wie etwa das Iod-129 freigesetzt, das eine Halbwertzeit von 15,7 Millionen Jahren hat. Iod-129 kann sich durch Beta-Minus-Zerfälle in stabiles Xenon umwandeln.

Da Iod-131 flüchtig ist, wird es schnell verbreitet und ist häufig das erste Spaltprodukt, das nach einem Unfall in einer atomaren Anlage nachgewiesen wird. Das radioaktive Iod reichert sich wie seine stabilen Isotope in der Schilddrüse an und kann hier eine kanzerogene Wirkung entfalten. Hierauf beruht auch der Effekt von Iodtabletten, die zum Schutz vor den radiaktiven Iod-Isotopen eingenommen werden. Die stabilen ungefährlichen Isotope aus den Tabletten besetzten im Körper die Stellen, an denen sich ansonsten radioaktives Iod anreichern könnte. Iodtabletten machen also nur als Prophylaxe Sinn, wurde bereits Iod-131 aufgenommen, so verfehlen Iodtabletten ihre Wirkung.