Nach Aussagen der Stadtverwaltung Tokios wurden bei einer Messung vom Dienstag, den 22. März 2011 bis zu 210 Becquerel des radioaktiven Isotops Iod 131 gemessen. Die Messung wurde in in einer Wasseraufbereitungsanlage im Norden von Tokio vorgenommen. Am Mittwoch fiel der Wert auf 190 Becquerel.
Der Grenzwert für Trinkwasser liegt für Erwachsene bei 300 Becquerel pro Liter, für Kinder jedoch bei 100 Becquerels.

Iod wird von der Schilddrüse aufgenommen und kann sich dort absetzen und Krebserkrankungen auslösen. Daher werden bei Atomunfällen oftmals Iodtabletten verteilt, welche den Aufnahmebedarf der Schilddrüse vorrübergehende abdecken.

Der Gouverneur von Tokio rief in einer Pressekonferenz die Bevölkerung zur Ruhe auf und hielt Eltern an, Ihren Kindern kein Trinkwasser zu geben.

In der Zwischenzeit verkündete das Japanische Gesundheitsministerium, dass die Strahlung im Trinkwasser von Tokio kein direktes Gesundheitsrisiko für Babys unter einem Jahr darstelle, selbst, wenn diese es trinken. Dennoch rief das Gesundheitsministerium die Bewohner Tokios auf, ihren Kindern kein Trinkwasser zu geben. Diese Warnung gelte für alle 23 Bezirke Tokios und das westlich gelegene Tama-Gebiet.

Diese Stellungnahme des Gesundheitsministeriums passt wieder exakt in das bereits bekannte Muster der japanischen Informationspolitik. Beschwichtigen, mitteilen, dass keine Bedrohung bestehe, aber dennoch warnen.