fukushima-2013

Entnommene Grundwasserproben vom Montag, den 08.7.2013 weisen eine um das neunzigfache erhöhte Belastung mit Caesium 134 an – verglichen mit Proben vom vorangegangenen Freitag. Die Betreiberfirma TEPCO gibt die Belastung mit 9000 Becquerel pro Liter an. Der zulässige Grenzwert hierfür beträgt 60 Becquerel.
Caesium-137 wurde mit 18000 Becquerels gemessen, was einer 86-fachen Steigerung im Vergleich zum Freitag entspricht.
Laut eines Sprechers des TEPCO Konzerns sei die Ursache hierfür bis dato unbekannt.
Offensichtlich wurden die radioaktiven Substanzen, welche bei der Kernzschmelze im Jahre 2011 freigetreten waren, nicht vom Boden absorbiert worden und gelangen nun so ins Grundwasser. Das Grundwasser fließt normalerweise in das Meer und stellt somit eine mögliche Belastung für das biologische Meeresgefüge dar und wird somit unter Umständen auch in die menschliche Nahrungskette gelangen. Die beiden gemessenen radioaktiven Substanzen sind hochgradig krebserregend und greifen das Muskel und Knochengewebe an.
Ebenfalls bestätigt wurde ein Anstieg der Tritium Konzentration im Meerwasser rund um die havarierten Reaktoren des stillgelegten AKW. Letzte Woche wurden davon 2300 Becquerel pro Liter gemessen, was ein Rekordhoch der vergangenen zwei Jahre darstellt.

Laut einer Untersuchung der UN wird die Katastrophe von Fukushima vor zwei Jahren keine gesundheitlichen Auswirkungen auf die Bevölkerung haben. Grund hierfür sei die schnelle und effiziente Evakuierung der umliegenden Bevölkerung durch japanische Sicherheitskräfte gewesen. Hierdurch seien die Menschen nur dem Zehntel der Bestrahlung ausgesetzt worden, welche sie abbekommen hätten, wenn sie in der Region Fukushima geblieben wären. An den Unscear Untersuchungen waren 180 Wissenschaftler aus 27 Ländern beteiligt und die vollständige Studie wird im Herbst diesen Jahres veröffentlicht.
Bereits im Februar hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO einen Bericht vorgelegt, welcher ebenfalls keinen Anstieg an Krebserkrankungen und anderen durch die radioaktive Strahlung hervorgerufenen Nebenwirkungen prognostizierte. Grund dafür sei vor allem, dass die Bevölkerung sich nicht mit radioaktiv verstrahlten Lebensmitteln wie z.B. Milch ernährte.

Unterdessen ist Masao Yoshida, Reaktorchef des AKW zum Zeitpunkt der Katastrophe, einem Speisenröhrenkrebs erlegen. Die Erkrankung sei laut Experten aber nicht auf radioaktive Strahlung zurückzuführen, da sie zu schnell ausgebrochen sei.

Hier die Meldung von Kyodo News zu diesem Thema mit neueren Videoaufnahmen des Geländes von Fukushima Daiichi.