Große Mengen verstrahltes Wasser

Große Mengen an hoch radioaktivem Wasser haben sich im Laufe der vergangenen Tage in den Versorgungschächten unterhalb der Turbinengebäude der Reaktoren 1, 2 und 3 angesammelt. Diese Versorgungsschächte beherbergen Stromleitungen und Rohre, durch welche das Kühlsystem der Pumpen versorgt wird. Darüber hinaus sind nun auch Wasserlachen im Erdgeschoß der Turbinengebäude entstanden. Daher wird davon ausgegangen, dass das in den Kellerräumen und Versorgungsschächten befindliche Wasser aus dem Erdgeschoß der Turbinenräume stammt.

Wasser muß abgepumpt werden

Um die essentiellen Kühlmaßnahmen in einem notwendigen Maße weiter betreiben zu können, muß das hoch radioaktiv strahlende Wasser entfernt werden. Um dies zu erreichen, plant TEPCO den Einsatz von Pumpen, welche das kontaminierte Wasser in dafür vorgesehen Behälter befördern soll.
Die vollgelaufenen Schächte haben insgesamt eine ungefähre Kapazität, von 13.300 Tonnen Wasser aufzunehmen. Schätzungen zufolge befinden sich bereits 10.000 Tonnen Wasser innerhalb dieser Versorgungsschächte. Vor allem im Eingangsbereich des Versorgungsschachtes des Reaktors 2 ist die Strahlung sehr hoch – es wurden bis zu 300 Millisievert pro Stunde gemessen. Die Einsatzkräfte in Fukushima haben die Außenbereich der Schächte mit Sandsäcken und Erdaufschüttungen versehen, um ein Überlaufen weitgehend zu verhindern.
Da das Kernkraftwerk Fukushima 1 derzeit über keine einsatzfähige Anlage verfügt, um kontaminiertes Wasser wiederaufzubereiten, muß es in Tanks gepumpt und vorerst dort aufbewahrt werden. Das Problem hierbei liegt darin, die vorhandenen Tanks im Atomkraftwerk insgesamt eine Kapazität von 6.800 Tonnen haben. Davon sind nach offiziellen Angaben nur noch ca. 4.000 Tonnen frei.

Problematische Lage

Aus dieser Sachlage heraus entsteht ein großes Problem: je mehr Kühlwasser auf die Reaktoren verteilt wird, desto mehr kontaminiertes Wasser sammelt sich in den Turbinengebäuden und Versorgungsschächten an. Diese jedoch sind bereits sehr voll und drohen überzulaufen. Hierbei würde eine sehr große Menge kontaminierten Wassers frei und gelange evtl. in das Grundwasser oder das Meer. Fährt man die Kühlung weiter zurück, drohen die Temperaturen der Reaktoren zu hoch anzusteigen, was die Kernschmelze begünstigen würde. Ein Teufelskreis ohne schnell ersichtlichen Ausweg.