Dieses Gebiet ist hauptsächlich dadurch gekennzeichnet, dass Japan auf unterschiedlich großen und untereinander beweglichen, sogenannten tektonischen Platten liegt. Diese sind unter der Erdoberfläche so angeordnet, dass sich diese Platten durch extreme mechanische Kräfte berühren und aneinander reiben. Dies ist der Auslöser für eine Vielzahl mehr oder weniger starker Erdbeben.

Größte Erdbeben Japans

Bislang ohne Vergleich ist das im März 2011 stattgefundene Erdbeben, dem ein verheerender Tsunami folgte. Bereits in der langen Geschichte Japans traten jedoch recht häufig Erdbeben aus, die in kaum einer anderen Region der Erde so unterschiedliche Stärken und Ausdehnungen aufwiesen.
Das erste in Japan registrierte und erwähnte Erdbeben ereignete sich im Jahre 869. Es erhielt die Bezeichnung Jogan Erdbeben und forderte 100 Tote. Im Jahre 1703 verloren mehr als 10.800 Menschen bei einem weiteren Erdbeben das Leben.
In fast zehnjährlichen Abständen folgten bis zum September 1923 weitere Beben, deren Magnitude oder Erdbebenstärke zwischen 8,1 und 8,5 lagen. Mit dieser Stärke galten die Beben als enorm intensive Erschütterungen. Im Zeitraum von 1923 bis 1995 ereigneten sich in Japan in beinahe regelmäßiger Abfolge etwa 13 Erdbeben in einer Stärke über der Magnitude 7,0. Im Mai 2003 ereignete sich wiederum ein Erdbeben, welches als Süd-Sanriku-Erdbeben keine Todesopfer forderte und trotzdem eine Magnitude von 7,0 aufwies. Neben dem Chuetsu, dem Fukuoka und dem Erdbeben auf der Noto-Halbinsel treten weitere Erderschütterungen an den Küsten des Landes. Bekannt geworden ist in diesem Zusammenhang das Nigata-Chuetsu Küstenerdbeben von 2003 und das Iwate Erdbeben im Jahre 2009. Die Magnituden lagen im Durchschnitt um die 6,8.
Die Krönung aller bisher in Japan verzeichneten Erdbeben stellt das Tohoku Erdbeben im März 2011 dar, welches zahlreiche weitere Katastrophen nach sich zog. Registriert wurde dieses verheerende Beben mit einer Magnitude von 9,0 und forderte mehr als 15.700 Todesopfer.
Zwischen diesen überaus großen und starken Erdbeben ereignete sich in Japan eine umfangreich Anzahl kleinerer Beben, deren Magnitude unter 6,0 lag.

Entstehung eines Erdbebens

Erdbeben entstehen durch ganz unterschiedliche Auslöser, die nicht nur dazu führen, dass nur oberirdische, sondern auch sogenannte See- oder unterseeische Beben hervorgerufen werden können.
Ständig wird die Erdoberfläche ständig von kleinen Erderschütterungen heimgesucht. Diese sind jedoch in ihrer Intensität und Kraft so minimal, dass die Menschen die Beben nicht wahrnehmen. Außerdem führen diese Beben nicht zu auffälligen Zerstörungen und fordern keine Todesopfer. Bei der Beschreibung von Erdbeben ist es wichtig, dass die Beben nicht aus einer einmaligen Erschütterung bestehen. Bei der Entstehung von Erdbeben treten immer sogenannte Vor- und Nachbeben auf, die ein Hauptbeben ankündigen und dieses als Nachwirkungen begleiten. Erdbeben sind natürliche Vorgänge, die zu einer Neustrukturierung der Erdoberfläche führen. Aus diesem Grund sind Erdbeben Naturkatastrophen, die weitere Veränderungen auslösen.
Als Ursachen für Erdbeben kommen die durch Konvektionsströme angetriebenen tektonischen Platten in Frage, die sich im Mantel der Erde befinden. Die Platten bewegen sich zueinander hin und voneinander weg. Sie legen kürzere oder weitere Entfernungen zurück, stoßen sich gegenseitig an oder gleiten aneinander vorüber. Dies führt zur Spannungsentstehung in der Erdkruste. Sind diese Spannungszustände so stark, dass die betroffenen Erdplatten davon brechen, entstehen Erdbeben.
Charakteristisch für diese Kräfte ist, dass sich die Erschütterungen wie eine Welle vom sogenannten Hypozentrum fort bewegen. Ein wichtiger Begriff im Zusammenhang mit dem Hypozentrum ist die Bezeichnung Epizentrum. Dies ist der Bereich, der sich über dem Haupt- oder Hypozentrum befindet und auch als Erdbebenherd bekannt ist. An diesen Zonen treten im Normalfall die umfangreichsten Zerstörungen auf, welche durch klassische Bruchstellen, den Verwerfungen erkennbar sind.
Als unnatürliche Entstehungsursachen für Erdbeben kommen unter anderem Tests mit Atomwaffen in Frage, die ober- und unterirdisch geführt werden oder die zugelassenen Wassermengen in Staubecken in Frage. Erdbeben entstehen auch dann, wenn überdimensionale Höhlen einstürzen oder hohle Bergbaustollen sich in Richtung Erdkern absenken. Diese Beben besitzen eher ein schwaches Ausmaß und können die Magnitudenstärke eines tektonischen Bebens wie in Japan nicht erreichen.
Die Tektonik, durch welche die Region um Japan gekennzeichnet ist, stellt die Ursache für die Entstehung der vielen Erdbeben in diesem Gebiet dar. Insbesondere die Südpazifische Platte und der Japanische Graben unterliegen einer ständigen Bewegung. Durch die Verschiebung der tektonischen Erdplatten in dieser Zone kommt es zu den regelmäßig wiederkehrenden Erdbeben.

Erdbebentraining

Um ein Erdbeben ohne Verletzungen und lebend zu überstehen, gehört das Erdbebentraining in den häufig betroffenen Gebieten zu den grundlegenden Maßnahmen. Es besteht die Möglichkeit, die richtigen Verhaltensweisen in diesem Zusammenhang zu trainieren und einer Panik vorzubeugen. Dies ist möglich in Form von theoretischen Schulungen und praktischen Übungen, die im Rahmen des Katastrophenschutzes und in speziellen Rüttelzimmern durchgeführt werden können. Die richtige Verhaltensweisen werden somit in der Art und Weise verinnerlicht, dass diese ganz unbewusst ablaufen und keine Fehler auftreten können.

Neben den Tiefensensoren, die im Erdreich erdbebenrelevante Schwingungen absorbieren und zur Vorhersage speichern können, werden in Japan ebenfalls sogenannte Erdbebenhorcher in etwa 100 m Tiefe in die Erdoberfläche eingebracht.

Erdbebenspezifische Architektur

Die erdbebensicherer Bauweise von Gebäuden, sowohl kleinen eingeschossigen Gebäuden und Brücken als auch Hochhäusern und Industrieanlagen besitzt gerade in den stark erdbebengefährdeten Gebieten eine lebenswichtige Bedeutung. Neben integrierten Stoßdämpfern, welche die starken Erschütterungen der Erdoberfläche abfedern und dämpfen können, bieten entsprechend konzipierte Rahmen aus Stahl für die Errichtung erdbebengefährdeter Hochhäuser eine wichtige und sinnvolle Voraussetzung. Diese speziellen Konstruktionen und Materialverwendungen gewährleisten den Gebäuden eine begrenzte Eigenbeweglichkeit und können vielen Menschen das Leben retten. Darüber hinaus ist es enorm bedeutsam, diese Einrichtungen zu erhalten, um eine gesicherte Infrastruktur zu gewährleisten. Im Zusammenhang mit dem Einsatz erdebensicherer Baumaterialien gelten alle die Stoffe als zweckmäßig, die sich auch unter starker Belastung noch Verformen und dabei nicht brechen. Neben Stahl kommen in diesem Bezug richtig verlegte Holzbalken und Fachwerkarchitekturen in Frage. Spezifische Prinzipien der Gebäudekonstruktionen wie sogenannte statisch überbestimmte Systeme, eine symmetrische Grundrissgestaltung, duktile Baustoffe und Verbindungselemente sowie die als redundant bezeichnete Bauteile gehören zu einer erdbebenrelevanten Bauweise. Redundante Bauteile dienen als Ersatzelemente, um die Funktion- und die Sicherheit eines erdbebengeschwächten Gebäudes zu gewährleisten.
Darüber hinaus sorgen integrierte leistungsfähige Lagerelemente als Gleit-, Gleitpendel- oder Elastomerlager für eine Eigenbeweglichkeit der erdbebenbetroffenen Häuser. Mit diesen enorm wirkungsvollen Modulen kann eine Erdbeben- oder seismische Isolierung und Dämpfung umgesetzt werden.