Als die westlichen Mächte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weltweit zu expandieren begannen, gelang es Japan noch eine übermäßige Einmischung in seine inneren Angelegenheiten zu verhindern, indem es durch erfolgreiche politische Reformen den Modernisierungsprozess und die wirtschaftliche Entwicklung im eigenen Land beschleunigte.

Dabei nahm es sich genau jene Länder zum Vorbild, die bisher seine Unabhängigkeit bedroht hatten. Es waren daher die Japaner, die im Fernen Osten den Gedanken der imperialistischen Ausbreitung von den Europäern und Nordamerikanern mit frappierender Nachahmungskraft aufnahmen.
Dieser Prozess setzte in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts ein, und um 1920 war Japan dann eine etablierte Großmacht. Ein Meilenstein auf diesem Weg stellt der Russisch-Japanische Krieg (jap.: 日露戦争, Nichi-Ro Sensō) der Jahre 1904-05 dar.

Die japanische Expansion kollidierte mit den russischen Plänen in der Mandschurei und Korea. Ermutigt durch ein Bündnis mit Großbritannien eröffnete das Kaiserreich Japan 1904 die Feindseligkeiten. Benachteiligt durch die weite Entfernung des Kriegsschauplatzes von seinen Industrie- und Bevölkerungszentren und konfrontiert mit einer modernen und schlagkräftigen Streitmacht verlor Russland und musste den Frieden von Portsmouth akzeptieren. In der Folge dieser Niederlage im Osten wurde die revolutionäre Bewegung im eigenen Land immer weiter angeheizt.