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Artikel geschrieben von Tamara

Zuerst stellt sich die Frage, wie Japan in das Geschehen des zweiten Weltkriegs verwickelt wurde. Seit der Modernisierung durch die Meiji-Restauration im Jahre 1868 strebte das japanische Kaiserreich eine territoriale Ausdehnung auf dem asiatischen Kontinent an, die ihm vor allem der Sicherung wichtiger Rohstoffe dienen sollte. Japans Konzentration lag anfangs nur auf China, da es dieses Land aufgrund seiner wirtschaftlichen Lage als schwach ansah.
Des Weiteren war Japan bestärkt durch seinen Sieg im japanisch-russischen Krieg und seine Besetzung der Mandschurei, dass es sich stark genug fühlte der USA entgegen zu treten, welche gerade einen erheblichen Einfluss in Ostasien hatte. Japan führte nämlich seit 1937 den zweiten japanisch-chinesischen Krieg und die USA begannen sich mehr und mehr durch Metriallieferung und dergleichen einzumischen.
Schließlich rückten am 28. Juli 1941 japanische Streitkräfte in den Süden Französisch-Indochinas ein. Daraufhin reagierte die USA mit Sanktionen. Sie fror Japans Kapital ein und kappte die Ölversorgung, was für Japan sehr drastisch war, da es ¾ seines Öls aus amerikanischer Quelle bezog. Nachdem Verhandlungen über den weiteren Verlauf zu keinem gewünschten Ergebnis führten, entschloss sich Japan einen Präventivschlag gegen Amerika zu setzen.

Der Krieg zwischen Amerika und Japan begann am 8. Dezember mit der Landung japanischer Truppen auf der malayischen Halbinsel und einem luftgestützten Großangriff der Marine auf den US-Flottenstützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii.
Der große Kritikpunkt Amerikas war jener, dass sie auf den Angriff völlig unvorbereitet waren. Eigentlich hatte Japan geplant, die Kriegserklärung eine halbe Stunde vorher zu schicken, doch die Nachricht traf erst nach dem Angriff ein. Auf der anderen Seite wird behauptet, dass der amerikanische Geheimdienst Hinweise auf einen Angriff hatte. So bleibt es bis heute kontrovers umstritten, ob die USA nun völlig ahnungslos war, oder dies nur behauptet hat. Pearl Harbor hat ein großes Misstrauen gegen Japan geschürt, dass zwar offiziell nicht mehr da ist, aber inoffiziell wohl noch hie und da mitschwingt.

Somit hatte der Krieg für Japan offiziell begonnen und die japanische Armee war anfangs sehr erfolgreich, was auf hoher Operationsfähigkeit, guter Planung und Überraschungen beruhte. Mitte des Jahres 1942 kontrollierte die japanische Armee weite Gebiete Südostasiens und stieß in Richtung Australien vor. Doch im Juni 1942 endete die Erfolgsserie mit der verlorenen Schlacht um die Midway-Inseln, in der die japanische Marine vier Flugzeugträger einbüßen musste.
Die in die Defensive gedrängte japanische Armee konzentrierte sich danach auf die Festigung ihrer Positionen in den eroberten Gebieten Südostasiens, um ein weiteres Vorrücken der alliierten Streitkräfte zu verhindern. Gemeinsam mit australischen Verbänden begann die US-Armee im August 1942 mehrere Offensiven in Neuguinea
Nach der Eroberung der mittleren und westlichen Salomonen stand die japanische Verteidigung im Südwest- und Zentralpazifik vor dem Zusammenbruch.
Die US-Armee begann im Juni die strategisch vorteilhaften Marianen-Inselgruppe zu erobern. Strategisch vorteilhaft deswegen, weil so in der Reichweite zu Japan lagen, dass Langstreckenbomber dieses problemlos erreichen konnten. Somit wurden von nun an große Schäden in japanischen Städten durch eben diese Langstreckenbomber verursacht. Dadurch, dass die japanischen Städte so eng gebaut waren und noch viele Holzhäuser existierten, mussten diese Städte fatale Schäden davontragen. Im Oktober 1944 wurde schließlich die Schlacht um die Phillipinen von der US-Armee eröffnet.
Obwohl Japan im Seegefecht die Kamikaze-Selbstmordflieger in den Kampf schickte, erlitt es sehr viele Verluste und die Kamikaze-Flieger richteten nicht den erwarteten Schaden an. Mitte 1944 war es aussichtslos geworden, noch einen Sieg zu erringen. In Japan herrschte Hungersnot, die Versorgung der Truppen funktionierte nicht mehr und die Produktion von Kriegsschiffen stockte.
Im Frühjahr 1945 bereiteten sich die USA auf die Invasion der japanischen Hauptinseln vor. Im Kampf um Okinawa kam es zum größten Kamikaze-Angriff des Krieges, doch die USA konnte nicht aufgehalten werden. Am 26. Juli 1945 forderten die Alliierten das japanische Kaiserreich zur bedingungslosen Kapitulation auf. Nachdem Tokio abgelehnt hatte, beschloss die USA zwei Atombomben auf Japan zu richten und zerstörte so die Städte Hiroshima und Nagasaki. In Hiroshima waren rund 140.000, in Nagasaki rund 75.000 Menschen sofort tot, Zehntausende starben noch Jahrzehnte später an den Folgen ihrer Verletzungen oder an der nuklearen Verstrahlung und der Angriff löste eine der kontroversesten ethischen Diskussionen aus, die noch bis heute anhält und sicher auch ein nicht zu verleugnender Faktor der japanisch-amerikanischen Beziehungen ist. Auch wenn beide Staaten heute mehr oder weniger gut miteinander auskommen ist ersichtlich, dass bei dem Thema Atombombe noch einige Meinungsverschiedenheiten herrschen und noch immer Empörung hervorruft.
Vor Allem der Fakt, dass die Atombombe keine militärische Notwendigkeit besaß, stößt vielen noch heute auf. Japan war praktisch am Ende und konnte nichts mehr tun und deshalb ist es klar, dass die Bomben nur aus politischen Gründen abgeworfen wurden.
Truman hatte Hiroshima als Militärstützpunkt beschrieben, doch er irrte sich.

Nach diesem verheerenden Angriff kapitulierte Japan bedingungslos unter dem Vorbehalt, dass das System der Kaiserherrschaft nicht angetastet werden durfte. Der Kaiser verbreitet die Nachricht der Kapitulation über das Radio, Premierminister Suzuki trat zurück und wurde durch Higashikuni Naruhiko ersetzt.
Am 2. September 1945 wird die Kapitulation unterzeichnet.

Die amerikanische Besatzung

Nach der Unterzeichnung der Kapitulation stellte MacArthur – Oberbefehlshaber der amerikanischen Truppen – die Forderung, dass Japan seine Armee auflöste, welchem auch nachgekommen wurde. Forderungen zwei und drei waren die Auflösung des Generalstabs und Lohn-, Preis-, und Lebensmittelkontrollen. Im Oktober 1945 wurden 3600 Kriegsgefangene entlassen. Der Premierminister Higashikuni tritt Anfang Oktober zurück und wird durch Shidehara Kijûrô ersetzt, der während der Kriegsjahre keine politischen Ämter besetzt hatte.
Die USA hatte fünf vorrangige Ziele, die sie in Japan umsetzen wollte. Diese waren: Gleichberechtigung der Frauen, Gewerkschaftsfreiheit, Liberalisierung des Erziehungswesens, Auflösung der Geheimpolizei und Demokratisierung monopolistischer Wirtschaftsstrukuturen.
Bald darauf erhielten die Frauen in Japan das Wahlrecht.

Kaiser Hirohito wurde nicht von den USA verklagt. Nach einem nur dreißig minütigen Gespräch war Mac Arthur der Meinung, der Kaiser sollte freigesprochen werden. Hirohito hatte geäußert, dass er gegen diesen Krieg war.
Trotz dieser Geste wird auch sichtbar, dass Amerika die alten Werte Japans nicht vollständig anerkannte. Sichtbar wird das vor allem auf einem Foto, das Mac Arthur und Kaiser Hirohito abbildet. Hier wird auf einen Schlag sichtbar, dass sich Amerika den Japanern in vielen Weisen überlegen fühlt und den Kaiser nicht als ernstzunehmende Größe zu akzeptieren.
Amerika nutzte seine Vormachtstellung aus, um eigene Werte und Vorgehensweisen in Japan zu etablieren.

Die Alliierten erlaubten zwar der japanischen Regierung im Amt zu bleiben und erlaubten ihnen ein großes Maß an personeller Kontiunität, aber die Regierung wurde von der SCAP (Supreme Commander of the Allied Powers) überwacht. Sollte diese Organisation Befehle geben, waren diese tunlichst auszuführen.
Da die Besatzungsmacht in Japan fast ausschließlich aus den USA bestand, bezeichnet man diese Zeit als „amerikanische Besatzung“. Anders als in Deutschland, wo vier Besatzungsmächte herrschten.
Dies ist auch ein äußerst wichtiges Kapitel für die Beziehung zwischen den USA und Japan, da vor allem Japan sehr von der äußerlich ausgeübten Macht beeinflusst wurde.

1947 wurde ein Antimonopolgesetz verkündet um die Großkonzerne zu entflechten. Aber Amerika hatte durch den kommenden kalten Krieg Japan als Verbündeten im Sinn und so wurde diese Schwächung der Wirtschaft nicht planmäßig durchgeführt.
1954 erfolgt dann die Wiederaufrüstung, die die US-Regierung aufgrund des Koreakriegs und des Kalten Kriegs fordert.

Wichtige Ereignisse bis heute

Die amerikanische Besatzung endete am 28. April 1952. Davor wurde am 8 September 1951 ein Friedensvertrag unterzeichnet.
Durch das Ende der Besatzungszeit wurden Japan und Amerika erstmals wieder gleichberechtigte Partner. Dies wurde im Vertrag von San Francisco festgehalten.
Trotzdem war Japan noch stark von der amerikanischen Wirtschaft und dessen Militärhilfe abhängig, also von wirklicher Gleichberechtigung konnte noch nicht die Rede sein.
1960 wurde ein Sicherheitsvertrag mit den USA geschlossen. Jene verpflichteten sich dadurch im Falle eines Angriffs auf Japan militärische Hilfe zu leisten. Sie nahmen Japan somit unter ihren „Atomschirm“, was im Nachhinein betrachtet schon leicht kontrovers klingt, da Amerika ja vor nicht allzu langer Zeit Japan mit Atombomben bebombt hatte.
Im Gegenzug dafür bekam die USA das Recht zugesichert, weitere Stationierung in Japan durchzuführen und seine Stützpunkte auszubauen. Dieses rief eine innenpolitische Krise in Japan hervor, die heute vor allem in Okinawa noch zu spüren ist.
Im Jahre 1986 gaben die USA die besetzten Bonin-Inseln zurück und 1970 wird der Sicherheitsvertrag verlängert.
Letztlich kam auch Okinawa wieder unter japanische Souveränität (1972).
Doch die außenpolitischen Beziehungen zwischen Japan und USA kühlten beträchtlich ab, als sich die USA China näherte und Japan dies als Gefahr seiner Monopolstellung als Hauptadressat amerikanischer Interessen sah.
Auch wurde Japan durch seine aufschwingende Wirtschaft von den USA als Bedrohung angesehen.
So beschränkte die USA zum Beispiel die Importe japanischer Produkte, da diese den Markt fast überschwemmten und forderten den japanischen Markt auf, US-Exporte einzuführen. Zwar wurden im Jahre 1990 Verhandlungen über Veränderungen dieser Art zwischen Kaifu Toshiki und US-Präsident George Bush geführt, aber es führte zu keinem Ergebnis.
1995 wurde jedoch eine Einigung über die Öffnung japanischer Märkte für ausländische Unternehmen erzielt.
Nach den zunehmenden Auseinandersetzungen über die Handelsbeziehungen zwischen 1970 und 1980, sind die Spannungen seit 1990 geringer geworden.

Ein anderer Diskussionspunkt war und ist Okinawa. Zwar war Okinawa wieder unter japanischer Souveränität, aber war und ist immer noch im Fokus aufgrund der militärischen Nutzung der USA. 1996 wurde zwischen US-Präsident Clinton und Premierminister Hashimoto vereinbart, dass die USA die militärische Nutzung Okinawas verringerte. Trotzdem sind dort immer noch etwa 30.000 amerikanische Soldaten stationiert. Diese konzentrierte Präsenz hat dazu beigetragen, dass Okinawa ein Zentrum der Ablehnung der US-Basen und pazifistischer Demonstrationen geworden ist.
Schließlich vereinbarten die beiden Staaten 1998 eine Einigung über die Zusammenarbeit in einem Krisenfall. Japan verpflichtet sich die USA im Ernstfall militärisch und im Bereich der Logistik zu unterstützen. Aber japanische Einheiten sollten nicht direkt an militärischen Kämpfen teilnehmen.

Die japanisch-amerikanischen Beziehungen haben sich bis heute sehr gestärkt und Japan wird von den USA nicht mehr so stark als wirtschaftlich bedrohlich angesehen, da China diese Rolle übernommen hat. Wo die zwei Staaten im Krieg unerbittlich gegeneinander kämpften, versuchen sie nun einen gemeinsamen Weg zu gehen, doch scheint dieses Vorhaben zwar gut gewollt, aber es stehen noch einige unbeantwortete Fragen im Raum, die die Beziehung der beiden Staaten unendlich schwierig machen. Sei es die Mentalitätsfrage oder die politische Vorgeschichte – es gibt noch sehr viel aufzuarbeiten.