Der Shogun Tokugawa IeyasuIn dieser Zeit war Japan kein geeintes Land, sondern war in verschiedene Herrschaftsgebiete unterteilt, die jeweils von einem Daimyo, einem Kriegsherrn, beherrscht wurden. Neben der Matsudaira-Familie und den Imagawa war auch der Clan der Oda politisch stark. Tokugawa kämpfte zunächst auf der Seite der Imagawa gegen Oda Nobunaga. Später verbündete er sich jedoch mit Oda Nobunaga, nachdem der Versuch, zusammen mit Imagwa Yoshimoto die damalige Hauptstadt Kyoto einzunehmen, missglückt war und Imagawa Yoshimoto nicht länger am Leben war. Während das Bündnis mit den Oda zunächst heimlich bestand, da ein Teil der Familie Tokugawas in der Gewalt der Imagawa war, löste er sich schließlich auch offiziell von seiner Loyalität zu den Imagawa, als er 1561 deren Festung einnahm und seine Familie befreite. Wenige Jahre später änderte er auch seinen Namen in Tokugawa Ieyasu und verstärkte so den Bruch mit den Imagawa.

Die nachfolgenden Jahrzehnte waren durch Kämpfe und Streitigkeiten mit anderen Herrschern gekennzeichnet. 1582 wurde dann Oda Nobunaga ermordet und sein Platz von Toyotomi Hideyoshi übernommen. Als Nachfolger Oda Nobunagas herrschte er bis zu seinem Tod 1598 über Japan. Um auch nach seinem Tod die Stabilität des Landes nicht zu gefährden, ernannte er fünf Nachfolger, die zusammen Japan anführen sollten. Doch sein Wunsch wurde nicht verwirklicht. Schon bald kam es zu Spannungen zwischen den fünf Herrschern, vor allem durch Tokugawa Ieyasu, der die alleinige Herrschaft anstrebte. Im Jahr 1600 kam es schließlich zur Schlacht von Sekigahara (jap.: 関ヶ原の戦い, Sekigahara no tatakai), die Japans Geschichte eine entscheidende Wende gab. Tokugawa Ieyasu konnte die Schlacht, an der Berichten zufolge bis zu 160 000 Kämpfer beteiligt waren, für sich entscheiden und begründete anschließend als Alleinherrscher eine Zentralregierung, der das nun vereinte Japan unterstand.

Die Schlacht von Sekigahara im Jahre 1600

1603 erhielt Ieyasu zudem den Titel des Shoguns. Dieses Jahr gilt auch als Beginn der Tokugawa-Periode bzw. der Edo-Zeit. Tokugawa Ieyasu verlegte den Sitz der Hauptstadt von Kyoto nach Edo, dem heutigen Tokyo. Sein Ziel war die Festigung und Stabilität des Landes. Da er dies durch Einflüsse von außen gefährdet sah, beschloss er die vollständige Abschließung des Landes. Von 1603 bis 1867 war es nur ganz wenigen Ausländer erlaubt, in Japan zu leben und zu handeln. Die Abschließung, Sakoku (jap.: 鎖国) genannt, brachte Japan Jahre der Ruhe und des Friedens, sorgte jedoch auch dafür, dass das Land in technischen Neuerungen und der wirtschaftlichen Entwicklung nicht mit dem Ausland mithalten konnte.

Die Öffnung des Landes 1867 erlebte Tokugawa Ieyasu selbstverständlich nicht. Er starb 1616 im heutigen Shizuoka, in der Burg, in der er als Kind als Geisel gehalten worden war. Er ist in Nikko beigesetzt und wird an vielen Orten Japans als Gottheit verehrt. Sein Verdienst, die Einigung des Landes und das Ende der Kämpfe zwischen einzelnen Feldherren, hat das Land nachhaltig verändert und machte ihn zu einem der bekanntesten Shoguns in der Geschichte Japans.