Die Geschichte Kobes

Offiziell zur Stadt erklärt wurde Kobe am ersten April 1889. Allerdings befand sich bereits seit etwa 700 n.Chr. eine Ansiedlung mit dem Namen Kambe-mura in der Gegend. Es wird angenommen, dass sich der Name Kobe aus dem Namen Kambe ableitet. Familien, die ihre Steuern an einen Schrein entrichten mussten, wurden Kambe genannt. Bedingt durch die Lage war der Hafen des Ortes schon sehr früh entwickelt. Bereits ab 710, in der Nara-Zeit, legten hier Handelsschiffe aus vielen Ländern unter anderem aus China an. Auch militärische Konflikte wurden in dem Gebiet ausgetragen wie zum Beispiel im Jahr 1184 die “Schlacht von Ichi no Tani”. In den letzten Jahrhunderten wurde der Hafen zum wichtigsten Hafen Japans.

Zur internationalen Hafenstadt entwickelte sich Kobe um 1870, als sich Japan der westlichen Welt öffnete. Viele Europäer sowie Amerikaner siedelten sich in Kobe an. Die ausländische Siedlung befand sich in der Nähe des Hafens sowie in Kitano, dem heutigen Kyu Kyoryu-chi. Auch heute wohnen noch knapp 50.000 Ausländer, die aus 115 Nationen stammen in Kobe. Die erste Universität der Stadt wurde im Jahr 1902 gegründet. Ein großer Teil Kobes wurde während des Zweiten Weltkriegs komplett zerstört. Da auch das Erdbeben im Jahr 1995 einiges zerstörte, wurden viele Gebäude neu aufgebaut. Durch die neuen Gebäude macht die Stadt einen sehr modernen Eindruck. In Kobe befinden sich über 20 Universitäten und Hochschulen sowie unzählige Fachschulen. Da sehr viele Ausländer in der Stadt leben, gibt es in Kobe auch viele internationale Schulen. Darunter befindet sich auch die Deutsche Schule Kobe.

Klima

Kobe gehört zur gemäßigten Klimazone und hat somit vier Jahreszeiten. Am wärmsten ist es im Juli sowie August mit durchschnittlich 27 Grad Celsius, während die Temperaturen im Januar und Februar nur fünf Grad betragen. Es sind auch die kältesten Monate in Kobe.

In den Monaten Juni und September fällt der meiste Regen, in beiden Monaten fallen jeweils etwa 200 Millimeter Niederschlag. Durch die Regenzeit ist die Luftfeuchtigkeit im Sommer während der Monate Juni bis September mit etwa 70 bis 80 Prozent auch relativ hoch.

Das letzte starke Erdbeben ereignete sich im Jahr 1995 (jap.: 阪神・淡路大震災, Hanshin Awaji daishinsai), da es auch in der Umgebung von Kobe seismisch aktive Verwerfungen gibt. Die Eurasische Platte, die Pazifische Platte sowie die Philippinische Platte treffen vor der Ostküste Japans aufeinander.

Bereits im 16. Jahrhundert war die Umgebung von Kobe für seine heißen Quellen oder Thermalbäder berühmt. Der damalige Reichseigner Toyotomi Hideyoshi besuchte die “Arima Onsen” regelmäßig. In der japanischen Sprache heißt Thermalbad “Onsen”, es befinden sich neun Bäder in der Umgebung von Kobe.

Sehenswürdigkeiten

Sicher möchte jeder, der Kobe besucht, mindestens eine Nacht im Meriken Park Oriental Hotel verbringen.

Kobe Oriental Hotel

Kobe Oriental Hotel

Das Hotel liegt im Hafen, wird an drei Seiten von Wasser begrenzt und hat die Form eines riesigen Schiffes. Auch im Hafengebiet liegt der Kobe Tower. Eröffnet wurde der Turm im Jahr 1963, er ist 108 Meter hoch und hat die Form eines Hyperboloids. Von der Aussichtsplattform in 90 Meter Höhe gibt es einen fantastischen Blick über die Stadt sowie die Bucht von Osaka.

Der Kobe Tower im Hafen von Kobe

Der Kobe Tower im Hafen von Kobe

Im Meriken Park liegt außerdem das Kobe Maritime Museum, welches durch seine ungewöhnliche Form und Bauweise auffällt. Darüber hinaus gibt es noch über zehn weitere Museen in der Stadt. Die größte Hängebrücke der Welt, die Akashi-Kaikyo-Brücke verbindet die Insel Awaji mit Kobe. In der Nähe der Brücke in Suma liegen auch wunderschöne Sandstrände.

Eine große Buddha-Statue, die Kobe Daibutsu liegt im Hafengebiet von Hyogo. Dort befindet sich auch die “Straße des Hafens Hyogo”, ein historischer Wanderpfad. Viele Wandermöglichkeiten gibt es auch im Rokko-Gebirge, dabei hat der Wanderer wunderschöne Ausblicke über die Stadt sowie über die Region.

Auch religiöse Stätten, Tempel sowie Schreine liegen in und um Kobe. Sehenswert sind der Minatogawa-Schrein, der Nagata-Schrein sowie der Ikuta-Schrein. Dabei handelt es sich um Shinto-Schreine, die bereits vor mehreren Hundert Jahren erbaut wurden.

Kulinarische Spezialitäten

Bekannt ist Kobe auch für seine kulinarischen Spezialitäten. Bereits in der Zeit von 1603 bis 1867, der Edo-Zeit, war Kobes Bezirk Nada-ku für seine Sake-Brauereien bekannt. Der größte Teil der japanischen Sake-Produktion wird immer noch in Kobe hergestellt.

Hier sieht man sehr schön die feine Marmorierung des Koberinds

Hier sieht man sehr schön die feine Marmorierung des Koberinds

Weltweit bei Kennern beliebt ist das Fleisch des Kobe-Rinds (jap.: 神戸牛; Kobe-Gyuu). Dabei handelt es sich um Tajima-Rinder, die allerdings aus der Region um Kobe stammen. Um die Zucht der Rinder ranken sich viele Mythen und Legenden. Die Kobe-Rinder benötigen dreimal so lange wie ein normales Rind, bis sie schlachtreif sind. Außerdem bekommen die Rinder keine Antibiotika oder künstliche Wachstumshormone und sie sind um 30 Prozent leichter sowie kleiner als normale Rinder. Die Züchter wollen eine Delikatesse, und zwar “das beste Rindfleisch der Welt” herstellen. Das Besondere an dem Fleisch ist die mürbe Struktur. Zudem weist das Fleisch eine sehr gute Marmorierung mit zarten Fettäderchen auf. In dem Fleisch ist der geringste Anteil an gesättigten Fettsäuren enthalten. Somit ist es auch das teuerste Rindfleisch weltweit. Für ein Kilo müssen etwa 400 bis 600 Euro gezahlt werden. Leider können die EU-Länder das Fleisch der Kobe-Rinder nicht importieren, da es keinen Schlachthof in Japan mit einer EU-Zulassung gibt. Sicher kann der Urlauber aber während seines Aufenthalts in Kobe dieses Fleisch probieren.