“Wer einmal auf den Berg Fuji steigt ist weise. Wer ihn zweimal besteigt ist ein Narr.“ So lautet ein altes, japanisches Sprichwort. Der Fuji Yama, oder auch Fuji San genannt, ist mit seinen 3776 Metern der höchste, bekannteste und schönste Berg Japans.

Aus der Ferne bietet der auf der südlichen Honshu Insel gelegene Fuji San schon einen beeindruckenden Anblick. In fast perfekter Symmetrie zeigt sich der Vulkankegel seinen Bewunderern, und seine Schönheit ist oftmals Thema in der japanischen Kunst und Literatur. Obwohl er als aktiver Vulkan gilt, wird sein Ausbruchsrisiko als gering eingestuft – der letzte bekannte Ausbruch erfolgte im Jahr 1707.

Vielen Japanern gilt der Fuji San als heilig. Kein Wunder, dass eine Besteigung dieses Berges einer Pilgerreise gleichkommt, die jedes Jahr von Tausenden von Japanern unternommen wird. Aber auch Touristen und Bergsportler aus aller Welt wollen den Fuji San erklimmen. So kann es schon einmal vorkommen, dass während der offiziellen Saison im Juli und August, mehr als 3000 Personen täglich auf dem Gipfel stehen. Haupt-Stoßzeit ist während der Obonwoche, Mitte August, wenn die Bergsteiger buchstäblich Schlange stehen müssen, um ihren Erfolg mit einem Gipfelfoto zu dokumentieren.
Grund für die vielen Gipfelstürmer ist sicherlich unter anderem die Tatsache, dass der Fuji San für einen Berg seiner Höhe relativ leicht zu ersteigen ist. Ist es an manchen Stellen auch steil und steinig, stellt der Aufstieg insgesamt keine allzu große Herausforderung dar. Wer halbwegs gut in Form ist und die entsprechende Ausrüstung – feste Bergschuhe und wetterfeste Kleidung auch für kältere Temperaturen – mitbringt, kann den Gipfel gut erreichen. Allerdings sollte man darauf achten, sich langsam an die Höhe zu gewöhnen. Immerhin wird in diesen Regionen der Sauerstoff schon deutlich knapper. Es ist empfehlenswert, eine Übernachtung in einer der zahlreichen Hütten, die an den verschiedenen Routen liegen, einzulegen. Während der Saison sind diese Hütten schnell überfüllt, deshalb ist eine Reservierung sinnvoll.
Außerhalb der Saison kann die Besteigung des Fuji Sans ein gefährliches Abenteuer werden. Ab Oktober ist mit starken Winden zu rechnen. Dazu kommen Schnee und Eis und die steigende Lawinengefahr.


Ursprünglich waren die Routen auf den Berg in zehn Stationen eingeteilt, an denen die Pilger, die traditionell in weißen Gewändern unterwegs waren, beten und sich ausruhen konnten. Heute gibt es die ersten fünf Stationen eigentlich nicht mehr. Geteerte Straßen führen bis auf ca. 2.300 Meter hinauf, und mit Bus oder PKW können sich die Wanderer die Hälfte des Aufstiegs ersparen. Ab der fünften Station beginnt die eigentliche Tour, dann hat man dann noch ungefähr fünf bis zehn Stunden vor sich. Viele planen ihren Aufstieg so, dass sie den Sonnenaufgang – im Sommer zwischen 4.30 und 5.00 Uhr – vom Gipfel aus beobachten können, ein unvergessliches Erlebnis.
Der Fuji San gehört sicherlich zu den größten Attraktionen Japans. Doch mit den wachsenden Touristenströmen ist in den letzten Jahren leider auch ein massives Müllproblem entstanden. Da das Budget der zuständigen Kommune nicht mehr reicht, um all den Müll abzutransportieren, wird inzwischen über eine Art Bergsteigermaut nachgedacht, damit der Fuji San auch in Zukunft ein attraktives Reiseziel bleibt.

Hinsichtlich der Lesung des Namens des Vulkans kam es im Übrigen zu einem Fehler, welcher sich eingedeutscht hat. Mit Kanji schreibt man den Namen des Fuji wie folgt:  富士山 die ersten beiden Schrifzeichen werden Fuji ausgesprochen. Das letzte Schriftzeichen hat dei Bedeutung Berg und wird im Japanischen, wenn es alleine steht, yama ausgesprochen. Da aber drei Schriftzeichen miteinander kombiniert werden, um den Namen zu bilden, wird die chinesische (onyomi) Aussprache herangezogen und somit lautet die Lesung nicht mehr yama, sondern san.
Daher heißt der Fujiyama, oder auch Fudschijama, wie er oftmals im Deutschen geschrieben wird, eigentlich Fujisan.