Als sich der Reisanbau in Japan ausbreitete änderte sich auch die Kultur der Menschen und größere Siedlungen entstanden. So wurden die ersten größeren Gebäude (Reisspeicher und Herrscherhäuser) errichtet.

Architektur in der Asuka- und Nara-Zeit

Etwa im 6. Jahrhundert n. Chr. kamen Gelehrte und buddhistische Mönche nach Japan und brachten chinesiche Architektur ins Land. Vor allem die neu errichteten buddhistischen Tempel mit ihren reich verzierten Holzfassaden sollten für die japanische Architektur prägend werden. Sie brannten zwar durch ihre Holzbauweise bedingt sehr oft nieder, wurden jedoch immer wieder errichtet. So sind kaum noch Tempelanlagen im Original erhalten, wurden jedoch durch den immer wieder erfolgten Wiederaufbau bis heute erhalten.

Architektur in der Heian-Zeit

Im 7. und 8. Jahrhundert n. Chr. nahm der buddhistische Einfluss immer weiter zu und die durch die Lande ziehenden Mönche erweiterten ihre Lehren beständig. Die Architektur übernahm die Stupa, die buddhistischen Grabhügel und die aus China schon bekannte Pagodenbauweise. Da die Tempel oft in unwirtlichen Gegenden errichtet wurden, musste man beim Bau dabei vermehrt auf vor Ort vorhandenes Baumaterial ausweichen. So dass auch hier das Holz der umliegenden Wälder für den Bau benutzt wurde.

Architektur in der Kamakura– und Muromachi-Zeit

Im 12. Jahrhundert gewann der Kriegeradel der Samurai zunehmend an Bedeutung, der für einen einfachen, militärisch geprägten Architekturstil stand. Erste Befestigungen und Türme entstanden. Während des Genpei Krieges um die Vorherrschaft in Japan wurden viele Gebäude der vorherigen Epochen beschädigt oder zerstört, jedoch vom Kamakura-Shogunat zumeist wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit stammen auch die heute noch
bekannten Teehäuser.

Architektur in der Azuchi-Momoyama-Zeit

Im japanischen Mittelalter zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert entstanden viele befestigte Burgen mit denen die Feudalfürsten ihre jeweiligen Besitztümer schützen wollten. Eine der bekanntesten und schönsten Bauwerke aus dieser Zeit ist die Burg-Himeji, auch „Burg der weißen Reiter“ genannt. Sie wurde etwa 1609 in massiver Bauweise errichtet. Im Gegensatz dazu steht die Burg Nijo, welche Residenz des Tokugawa-Shogun in Kyoto war. Sie ist ein klassiches Beispiel eines Shoin und hauptsächlich unter Verwendung von Holz erbaut.

Architektur in der Edo-Zeit

Edo, so der frühere Name Tokios, war die Hauptstadt der Shogune erlebte eine Blütezeit zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert n. Chr.! Ihre Einwohnerzahl wuchs rapide und sie war im Jahr 1721 die größte Stadt der Welt mit über einer Million Einwohnern. Da die Stadt oft von Bränden heimgesucht wurde, war eine leichte Bauweise vorgesehen um zersörte Häuser schnell und unkompliziert wieder aufbauen zu können. Dazu wurden in der Stadt umfangreiche Bauholzdepots angelegt.

Architektur in der Vorkriegszeit

Auf Reisen nach Europa lernten japanische Architekten die europäische Architektur kennen und adaptierten sie zunehmend. Vor allem in Edo, wo regelmäßig auftretenden Großbrände teilweise ganze Stadtteile vernichteten, wurde Wiederaufbauprojekte nun in Backsteinbauweise durchgeführt.. Es zeigte sich jedoch, dass einfache Backsteinbauten, den ebenfalls regelmäßig auftretenden Erdbeben nicht standhielten. Erst mit Verbau von Stahlbeton konnte man dauerhaft beständige Gebäude errichten.

Architektur in der Moderne

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden viele Städte nach westlichem Vorbild wieder aufgebaut. Dabei setzten sich nicht nur Architekturen aus dem Westen, sondern auch die dazugehörigen Baustoffe durch. Heute bestimmen hohe Bürogebäude aus Glas- und Stahlbeton die Innenstädte Japans. Dabei ist das Land vor allem führend in der Herstellung erdbebensicherer Hochhäuser.