© joel_420 - Fotolia.com

Technik

Die Musik, die bei Karaoke zum Einsatz kommt, wird meist von einer CD+G abgespielt. Beim CD+G (CD+Graphics) handelt es sich um CDs, die neben der üblichen Audiofunktion auch über Bilder und Texte verfügt. Die Musik ist ohne Singstimme aufgenommen, manchmal sind im Hintergrund auch leise Background Sänger oder Sängerinnen zu hören. Bei den meisten CDs werden heute außerdem Echoeffekte verwendet, da diese über entwaige Unsicherheiten beim Singen hinwegtäuschen und somit der Klang der Stimme voller klingt. Der Text des Liedes wird auf einem Bildschirm dargestellt, wobei die zu singenden Textteile in vielen Fällen Silbe für Silbe farblich hinterlegt oder anderweitig markiert sind. Oft ist im Hintergrund auch das dazugehörige Musikvideo zu sehen, wobei viele Produzenten dieser CDs darauf verzichten, da die Lizenzen für diese Videos sehr teuer sind.

Die Ursprünge von Karaoke

Als Erfinder von Karaoke gilt der Japaner Daisuke Inoue, der zu Beginn der 1970er Jahre eigens entworfene und anschließend konstruierte Karaokegeräte an verschiedene Bars vermietete. Der japanische Erfinder ist heute vor allem deshalb nicht besonders bekannt, da er sein einmaliges Konzept nicht patentieren ließ und somit jeder die Idee weiterentwickeln und damit Geld verdienen konnte. In dieser Zeit, als Karaoke noch in den Kinderschuhen steckte, kam die Musik noch von einfachen Bändern oder Kassetten und der Sänger oder die Sängerin hielt einen Zettel mit dem aufgedruckten Text in den Händen.

Karaoke im heutigen Japan

In Japan und in vielen Teilen des asiatischen Raumes ist Karaoke heute eine Art Volkssport, der nicht nur von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen ausgeübt wird, sondern sich auch bei Familienfeiern sowie bei Geschäftstreffen größter Beliebtheit erfreut. Laut Etikette muss man, wenn man als Europäer zu Karaoke eingeladen wird, auch wirklich singen. Denn wer über sich selbst lachen kann und sich selbst nicht allzu ernst nimmt, punktet bei den Japanern und kann somit bei einem Geschäftsdeal einiges herausholen. In Asien ist Karaoke jedoch nicht immer ein öffentlicher Spaß, zunehmend werden so genannte Karaokekabinen oder -boxen für private Veranstaltungen gemietet. Diese Boxen sind mit Gesangsanlagen und speziellen Computern ausgestattet, mit denen man verschiedene Musiktitel auswählen kann. Darüber hinaus kann man, wie in einem normalen Hotel, auch den Zimmerservice nutzen und sich somit einen angenehmen Karaokeabend machen. Angeblich ist außerdem jede zweite japanische Familie Besitzer einer Anlage für die eigenen vier Wände.

Die Verbreitung von Karaoke im Westen

Karaoke hat etwa 25 Jahre benötigt, um den Weg nach Europa und in den westlichen Raum zu finden. Seitdem wächst die Beliebtheit von Karaoke jedoch immer weiter. Vor allem durch Castingshows, die es seit Anfang des 21. Jahrhunderts gibt, machen immer mehr Europäer Karaoke  zu ihrem Hobby. Vor allem in Urlaubsregionen und größeren Städten werden außerdem regelmäßig Karaokewettbewerbe veranstaltet. Des Weiteren hat auch das Internet zur Verbreitung von Karaoke beigetragen. Auf Webseiten wie Youtube werden Tag für Tag tausende Videos hochgeladen, in denen Ameteursänger und –sängerinnen ihre Gesangskunst zum Besten geben. Ein weiterer Schritt in der Entwicklung von Karaoke fand 2004 statt, als die ersten modernen Spielkonsolen auf den Markt kamen. Heute gibt es für die Playstation das Spiel „SingStar“, für die Wii „Karaoke Revolution“ und „We Sing“, sowie für die XBox „Lips“ und „Guitar Hero“. Das Erfolgskonzept von Karaoke hat somit auch im 21. Jahrhundert Einzug gehalten.